Farbenrausch

Die Kunst des Marmorierens

Still ruht die Oberfläche – bis ein Tropfen sie berührt. In einer Zeit, in der vieles digital und automatisiert ist, erleben alte Hand-
werkstechniken eine Renaissance. Eine davon ist das traditionelle Marmorieren – eine fast magische Kunstform, bei der Farbe auf
Wasser tanzt und in kunstvollen Mustern auf Papier festgehalten wird. Farbe breitet sich aus, tanzt, bildet Wirbel und Wellen und
dynamische Muster. Ein Spiel aus Intuition und Zufall beginnt – flüchtig und gleichzeitig beständig. Was auf den ersten Blick wie
reines Ornament wirkt, ist oft viel mehr: Eine Form des Erinnerns, der Bewahrung, der künstlerischen Spurensicherung. Traditio-
nelles Marmorieren ist eine Kunst des Marmorierens – in Mustern, Farben und Bewegungen. In einer Welt, die von Gleichförmig-
keit geprägt ist, wird solch ein Werk zum Zeichen von Wertigkeit, von Zeit, die sich nimmt, von Kunst, die bleiben darf. Traditionel-
les Marmorieren – Handwerkskunst mit Geschichte und Seele.

Oder du probierst es mal ganz anders: Experimentiere mit Glasuntergründen oder wassergefüllten Behältern und halte deine Momente mit der Kamera fest. Kunst darf Medienübergreifend passieren, vergiss das nicht!

Was ist Marmorieren?

Marmorieren ist eine alte, nahezu magische Technik, bei der Farbe auf einer Wasser- oder Gel-Oberfläche schwimmt – und durch
Bewegung kunstvolle Muster entstehen.

Diese Muster werden auf Papier übertragen – ein Vorgang, bei dem der flüchtige Moment festgehalten wird.
Die Technik reicht zurück bis ins alte Japan, wo „Suminagashi“ – das „Schreiben mit schwimmender Tusche“ – entstand.

Im Osmanischen Reich entwickelte sich daraus das farbenfrohere „Ebru“, das später Europa erreichte und zur beliebten Verzierung
von Buchseiten wurde.

Marmorieren ist also nicht nur Handwerk, sondern auch Geschichte, Erinnerung und Ausdruck.
Deine Checkliste: Materialien zum Marmorieren

Deine Checkliste: Materialien zum Marmorieren

  • Eine flache Marmorierwanne
  • Schlichte (z. B. Carrageen in Wasser angerührt)
  • Marmorierfarben (Gouache oder spezielle Ölfarben)
  • Ochsengalle (für die Farbverteilung)
  • Holzstäbchen, Zahnstocher oder Kämme
  • Saugfähiges Papier
  • Wasser zum Spülen

Was passiert genau beim Mamorieren?

Beim traditionellen Marmorieren wird Farbe auf eine Gel-Oberfläche getropft – eine zähe Flüssigkeit aus Carrageen oder Tragant (diese Flüssigkeit nennt man auch Schlichte). Mamorieren mit Farbe ist ein Dialog zwischen Wasser, Zeit und Intention.Durch Werkzeuge entstehen Muster. Dies können beispielsweise Kämme, Nadeln oder Stäbchen sein. Je na, ch Lust und Laune kann rhythmisch oder streng gearbeitet werden. Ist das Muster vollendet ch eLntussttehe und Ln Mausunete kar. Dienn rhyts könneh- miscn beih odespier slstwreeisng gee Kaärbem imteet, N waederdeln. Isn odet dar Stsä Mbcusheten ser voli ln. Je ende nat, wird der Moment festgehalten. Wie? Es wird Papier aufgelegt, das bewegte Bild wird festgehalten. Es entsteht ein Freesze des Moments. Wie eine Momentfotografie der Kunst nicht wiederholbar, nicht planbar, ein Abdruck des Moments. Ohne Richtig und Falsch, ohne Wertung, ein Stück gelebte Zeit, konserviert durch Berührung, Farbe und Bewegung.

Eine Schritt für Schritt Anleitung für’s Mamorieren

  1. Schlichte ansetzen Carrageen-Pulver mit Wasser verrühren und mehrere Stunden quellen lassen.
  2. Farbe vorbereiten Marmorierfarben mit wenigen Tropfen Ochsengalle vermischen.
  3. Farbe auftragen Tropfe die Farben vorsichtig auf die Schlichte – sie bleiben obenauf.
  4. Muster gestalten Ziehe mit einem Holzstab oder Kamm durch die Farben. Erzeuge Spiralen, Steinmuster, Federn oder Wel-
  5. Papier auflegen Vorsichtig auf die Oberfläche legen, kurz warten, dann gleichmässig abheben.
  6. Spülen & Trocknen Papier abspülen, um Gelreste zu entfernen, und zum Trocknen aufhängen.

Marmorieren – Eine Kunsttechnik mit Geschichte

Um zu den Ursprüngen des Marmorierens zu gelangen, müssen wir eine kleine Zeitreise machen – ins 12. Jahrhundert nach Asien – denn dort, insbesondere in Japan und China hat die Suminagashi („schwimmende Tusche“) Technik ihren Geburtsort. Später entwickelte sich im Osmanischen Reich das farbenfrohere Ebru, das schliesslich über Handelswege nach Europa gelangte. In Europa fand das Marmorieren im 17. und 18. Jahrhundert grossen Anklang – besonders als kunstvolles Vorsatzpapier in der Buchbinderei. Noch heute erkennt man antike Bücher an ihren liebevoll marmorierten Innenseiten.

Marmorieren ist gelebtes Erinnern

Was früher als Verzierung von Buchseiten diente, lebt heute weiter – als Kunst, die berührt. Marmorieren ist mehr als Technik: Es ist ein bewusster Akt des Festhaltens. Ein visuelles Memorieren – zart, flüchtig, tief. In einer Welt, die oft zu schnell ist, bietet es einen Raum zum Innehalten.
Ein Muster. Ein Moment. Ein Stück Erinnerung auf Papier.

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